Der oder die interkulturell Kompetente

von Prof. Georg Auernheimer

• hat eine Ahnung von der eigenen Kulturgebundenheit,

• ist sich unseres tief verwurzelten Eurozentrismus bewusst,

• hat ein Gespür für mögliche Differenzen hinsichtlich der Kommunikationsmuster, Rollenerwartungen, Werte

• kann sich im Kontakt die Bedeutung irritierender Orientierungsmuster (durch Nachfragen o. ä.) erschließen,

• kann Unsicherheit und Mehrdeutigkeit aushalten,

• reflektiert seine Vorurteile,

• ist wachsam gegenüber medialen und politischen Diskursen,

• ist auf Vorurteile der anderen gefasst und kann gelassen damit umgehen,

• weiß um gesellschaftliche Asymmetrien ökonomischer, sozialer und rechtlicher Art (zwischen Menschen mit u. ohne dt. Pass, zwischen Nord u. Süd etc.),

• ist sensibel für situative Asymmetrien (z. B. bedingt durch Unterschiede der Beherrschung des Deutschen),

• stellt Diskriminierungserfahrungen und dadurch bedingte Reaktionen in Rechnung,

• ist, ungeachtet nicht aufhebbarer „objektiver“ Ungleichheit, um eine Kommunikation auf gleicher Augenhöhe bemüht,

• ist bei Wertekonflikten bereit, die eigenen Vorstellungen zu überprüfen,

• vermeidet eine missionarische Haltung, ohne die eigene Position unbedingt aufzugeben,

• macht die Achtung des/der Gesprächspartner(s) nicht von der Bewertung des fremden Wertesystems abhängig.



Vita von Prof. Georg Auernheimer